Ratgeber
Quiz auf der Betriebsfeier
Ein Quiz ist der seltene Programmpunkt, bei dem niemand aufstehen, sich verkleiden oder etwas über sich erzählen muss. Genau deshalb funktioniert er — wenn man drei Dinge beachtet.
Warum es sich anbietet
Bei Firmenfeiern scheitern Programmpunkte meistens an derselben Sache: Sie verlangen von Leuten, sich vor Kollegen zu exponieren. Ein Quiz verlangt das nicht. Man sitzt, wo man sitzt, redet mit denen, mit denen man ohnehin redet, und wer nichts sagen will, sagt nichts — im Team fällt das nicht auf.
Der zweite Vorteil ist praktisch: Es braucht keine Vorbereitung außer der Auswahl und keine Ausstattung außer den Handys, die alle ohnehin dabeihaben.
Gruppengröße und Aufteilung
Ab zehn Personen ist die Frage nicht mehr, ob in Teams gespielt wird, sondern wie sie zustande kommen. Auf einer Betriebsfeier gibt es dafür eine Regel, die wichtiger ist als alle anderen:
Nicht nach Abteilungen aufteilen. Die Abteilungen sitzen den Rest des Jahres nebeneinander. Wenn du sie auch beim Quiz zusammenlässt, hast du ein Turnier zwischen Gruppen veranstaltet, die ohnehin schon konkurrieren — und je nach Haus ist das keine Kleinigkeit. Misch stattdessen: nach Tischen, nach Losen, nach Geburtsmonaten. Alles ist besser als die Organigramm-Aufteilung.
Teamgröße: drei bis vier. Insgesamt vier bis sechs Teams — mehr wird zäh, weil die Wartezeit zwischen den eigenen Zügen wächst. Bei sehr großen Feiern spielt man besser zwei getrennte Runden parallel an zwei Tischen als eine mit zwölf Teams. Ausführlich: Teams bilden.
Technik im Raum
Drei Punkte, an denen es in der Praxis hakt:
- WLAN. Firmen-WLAN mit Gästeportal ist der häufigste Stolperstein — jeder muss sich erst anmelden, und bei zwanzig Leuten dauert das. Sag vorher an, dass mobile Daten genügen. RateFatz braucht wenig Bandbreite.
- Der Code. Sechs Stellen durch einen lauten Raum zu rufen, endet in Rückfragen. Zeig lieber den QR-Code auf einem Bildschirm oder schick ihn in den Gruppenchat.
- Ein großes Display. Wenn ein Fernseher oder Beamer da ist, nutz ihn für die Spielleitung: Dann sehen alle das Brett und die Bilder gemeinsam, und der Abend hat einen Mittelpunkt. Notwendig ist es nicht — jeder sieht das Brett auch auf dem eigenen Gerät.
Welche Kategorien — und welche nicht
Der Kollegenkreis ist die gemischteste Gruppe, mit der man üblicherweise spielt: alle Altersgruppen, alle Bildungswege, oft mehrere Herkunftsländer. Die Auswahl sollte das abbilden.
Gut geeignet:
- Emoji-Rätsel und Higher Lower — kein Vorwissen, jeder kann mitreden. Mindestens eines davon gehört ins Brett.
- Essen und Trinken — passt zum Anlass und bringt zuverlässig Geschichten hervor.
- Flaggen und Länderumrisse — schnell, visuell, und in internationalen Teams hat plötzlich jemand einen Heimvorteil, mit dem niemand gerechnet hat.
- Allgemeinwissen als breite Grundlage.
Mit Bedacht:
- Typisch Deutsch ist eine schöne Kategorie, setzt aber voraus, dass man hier aufgewachsen ist. In Teams mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland kann sie ausgrenzend wirken — es sei denn, ihr spielt sie bewusst als das, was sie ist, und erklärt die Antworten.
- Sprichwörter: dasselbe in Grün. Muttersprachler sind hier klar im Vorteil.
- Geschichte ist unproblematisch, solange die Stufen im Mittelfeld bleiben. Wer sie ganz nach oben dreht, bekommt Fragen, bei denen die halbe Runde nur zusieht.
Ablauf und Länge
45 bis 60 Minuten sind auf einer Feier das Maximum. Danach zieht es die Leute zurück an die Bar, und man spielt gegen den Raum an. Fünf Kategorien mit je sechs Feldern liegen genau in diesem Fenster.
Leg den Programmpunkt nicht ans Ende des Abends. Nach dem Essen und vor dem freien Teil ist der beste Platz: Alle sind da, alle sind aufnahmefähig, und wer danach lieber weiterredet, kann das tun.
Und such dir eine Spielleitung, die den Abend nicht mitfeiern muss — die Aufgabe ist unterhaltsam, aber sie ist Arbeit. Wer sie übernimmt, sollte das wollen, nicht dazu bestimmt werden.