Ratgeber
Quiz mit Kindern
Ein Quiz, bei dem Kinder mitspielen, ist kein einfacheres Quiz — es ist ein anders zusammengestelltes. Worauf es ankommt, damit am Ende nicht die Erwachsenen unter sich sind.
Das eigentliche Problem
Wer mit Kindern spielt, stellt meistens einfach die Schwierigkeit herunter. Das hilft weniger, als man denkt: Leichte Fragen sind für Erwachsene noch leichter. Der Abstand bleibt, er verschiebt sich nur nach unten.
Was tatsächlich hilft, sind Kategorien, in denen Erfahrung nichts nützt — und davon gibt es bei RateFatz mehr, als man vermutet.
Die Kategorien, die funktionieren
In dieser Reihenfolge:
- Emoji-Rätsel — der sichere Treffer. Eine Kette aus Emoji ergibt einen Film, einen Beruf, einen Begriff. Kinder sind darin oft schneller als Erwachsene, weil sie unbefangener kombinieren.
- Higher Lower — vier Dinge nach Größe oder Alter sortieren. Braucht kein Wissen, nur ein Gefühl für Größenordnungen.
- Zurück in die Schule — die einzige Kategorie, deren Stufe die Klassenstufe ist. Stell die Stufe auf die Klasse deiner Kinder, und sie haben einen echten Heimvorteil: Sie hatten den Stoff letzte Woche, die Erwachsenen vor dreißig Jahren.
- Tiere — Bilderkennung und Jungtiernamen. Kinder, die Tierbücher mögen, räumen hier ab.
- Disney — funktioniert über Generationen hinweg, weil Eltern dieselben Filme kennen, nur aus anderer Richtung.
- Wortbrücke — ab etwa zehn Jahren; jüngere Kinder tun sich mit Komposita noch schwer.
Weniger geeignet: Geschichte, Abkürzungen, Typisch Deutsch und Sprichwörter. Alle vier setzen voraus, dass man eine Weile dabei ist — Sprichwörter besonders, weil sie nicht gelernt, sondern aufgeschnappt werden.
Die richtigen Stufen
Für Kinder bis etwa zehn Jahre: Stufen 1 bis 4. Für ältere Kinder und Jugendliche: 1 bis 6. Wichtig ist, dass die Spanne unten anfängt — sonst gibt es kein einziges Feld, das sicher lösbar ist, und die ersten Misserfolge kommen sofort.
Bei „Zurück in die Schule" gilt die Ausnahme von oben: Dort wählst du die Klassenstufen, nicht die gefühlte Schwierigkeit. Ein Zehnjähriger in Klasse 4 spielt dort auf Stufe 3 bis 5 — und schlägt regelmäßig die Erwachsenen.
Gemischte Teams statt Kinder gegen Erwachsene
Der wichtigste Rat des ganzen Textes: Setz nicht Kinder gegen Erwachsene. Es klingt nach der naheliegenden Aufteilung und geht fast immer schief — entweder die Erwachsenen gewinnen deutlich, was niemandem Spaß macht, oder sie lassen sichtbar gewinnen, was Kinder sofort merken und schlimmer finden.
Besser: je ein Kind und ein bis zwei Erwachsene pro Team. Dann passiert das, wofür man eigentlich zusammen spielt — das Kind weiß etwas, das die Erwachsenen nicht wissen, und darf es erklären. Bei Emoji-Rätseln kommt dieser Moment mehrmals pro Runde.
Werten mit Kindern
Sei großzügiger als sonst, aber sag es dazu. Kinder formulieren Antworten anders — mehr Umweg, weniger Fachwort. „Das mit den vielen Beinen, das im Wasser lebt" ist eine Antwort, wenn klar ist, was gemeint ist.
Zwei weitere Punkte:
- Auflösen, nicht abhaken. Nach jeder Frage kurz sagen, warum die Antwort stimmt. Für Kinder ist das der interessanteste Teil, und für den Rest der Runde auch.
- Bedenkzeit lieber ausschalten. Eine laufende Uhr macht Druck, und Druck ist bei Kindern schneller da als bei Erwachsenen. Wenn es zäh wird, hilft ein freundliches Nachfragen mehr als ein Timer.
Länge
Kürzer als du denkst. 30 bis 45 Minuten sind mit Kindern eine volle Runde. Vier Kategorien mit je fünf Feldern reichen völlig — und wenn danach noch Lust da ist, macht ihr eine zweite Runde. Das ist immer besser, als eine begonnene Runde zu Ende zu quälen.